Aktuelle Entwicklung der Strompreise und Herkunftsnachweise (August 2026)

Die Strompreise sind seit Juni gestiegen und bewegen sich auf einem erhöhten Niveau. Gründe dafür sind unter anderem die weiterhin fragile Lage im Nahen Osten, unterdurchschnittliche Füllstände der europäischen Gasspeicher sowie die Hitze und Trockenheit im Sommer. Letztere führten zu einer tieferen Einspeisung erneuerbarer Energien und schränkten zeitweise auch den Betrieb von Kernkraftwerken ein. 
Auch die Preise für europäische Wasser-Herkunftsnachweise (HKN) sind für die kommenden Jahre gestiegen. Bei Schweizer Wasser-HKN fällt der Anstieg noch deutlicher aus. Neben der Trockenheit wirkt sich hier ab 2027 zusätzlich der Übergang von der jahres- zur quartalsbasierten Entwertung auf das verfügbare Angebot aus.

30. August 2026

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Preisentwicklung anhand eines Kundenprofiles (KMU) für den Einkauf der Energie

Preisentwicklung der letzten 12 Monate. Darstellung eines KMU Musterprofiles. Die Darstellung dient der Grobinformation und ist als unverbindliche Preisindikation zu werten.

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Aktuelle Strompreisentwicklung August 2026 Zahlen

Aktuelle Strompreisentwicklung

Rückblick: 

Seit dem letzten Newsletter hat sich die Situation im Nahen Osten nicht entspannt. Von hoher Volatilität begleitet haben sich die Preise auf ein Niveau hochgeschraubt, das länger nicht gesehen wurde. Phasen diplomatischer Fortschritte führten zwar kurzfristig zu Preisrückgängen, jedoch hat sich die Risikoprämie aufgrund der fragilen Lage insgesamt stark erhöht. Aktuell gibt es wenig militärische Handlungen. Die USA versuchen, mittels wirtschaftlichem Druck den Iran zum Einlenken zu bewegen. Der Fokus des Marktes liegt auf den unterdurchschnittlichen Füllständen der europäischen Gasspeicher. Insbesondere die Speicher in Deutschland geben Anlass zur Sorge. Dämpfend wirken die CO2-Preise, die sich weitgehend seitwärts bewegen. Die Preise auf dem Spotmarkt bewegten sich den gesamten Sommer über auf einem erhöhten Niveau. Die grosse Hitze und Trockenheit führte zu tiefer Einspeisung erneuerbarer Energien. Negative Preise blieben trotzdem auch nicht aus, insbesondere an sonnigen Wochenenden. Weitere Ursache für die insgesamt hohen Preise waren, dass diverse Kernkraftwerke in ganz Europa abgestellt werden mussten, weil die hohe Temperatur der Flüsse die Kühlung der Kraftwerke verhinderte. Der tiefe Pegelstand des Rheins erschwerte und verteuerte zudem den Kohletransport in Deutschland zu den Kraftwerken.

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Ausblick: 

Die Energiemärkte bleiben weiterhin stark von der geopolitischen Lage geprägt. Die Kontrahenten sind weitgehend emotional und/oder religiös gesteuert, was eine rationale Abschätzung über den weiteren Verlauf unmöglich macht. Die europäischen politischen Entscheider sind dabei erstaunlich entspannt. So macht sich die Politik in Deutschland keine Sorgen über die Versorgungssicherheit im Gasbereich. Bei einem kalten Winter dürfte sich das rächen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist zum Glück eher unterdurchschnittlich. Im Spotmarkt dürfte eine gewisse Entspannung eintreten, wenn nach dem sehr trockenen Sommer die Temperaturen sinken und damit der Strombedarf zur Kühlung abnimmt. Mehr Niederschläge dürften die bisher unterdurchschnittliche Laufwasserproduktion erhöhen und den Betrieb der Kernkraftwerke erleichtern.

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Aktuelle HKN Preise (August 2026)

Aktuelle HKN Preise für eine Menge von jeweils 5'000 MWh pro Jahr

Die Preise für europäische Wasser-Herkunftsnachweise (HKN) sind für die kommenden Jahre gestiegen. Noch deutlicher fällt der Anstieg bei Schweizer Wasser-HKN aus: Neben der anhaltenden Trockenperiode, die das hydroelektrische Angebot und damit die Neuausstellung von Zertifikaten spürbar einschränkt, wirkt ab 2027 zusätzlich eine strukturelle Verknappung. Diese entsteht durch den Übergang von der jahres- zur quartalsbasierten Entwertung – eine regulatorische Umstellung, die das Marktgefüge verändert. Da die grössten Schweizer Energieversorger Zertifikate der nachfragestarken Quartale Q1 und Q4 grösstenteils vom Markt fernhalten, entsteht in diesen Perioden eine Angebotsknappheit, die die Preise zusätzlich nach oben treibt.

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